Stellungnahme zur beantragten Regionalplanänderung Nr. 25 in Solingen (Buschfeld)

Veröffentlicht von Aaron am

Der Rat der Stadt Solingen hat für das Gebiet Buschfeld eine Änderung des Regionalplans beantragt. Nach dem Willen der Solinger soll dort zukünftig kein Gewerbegebiet realisiert, sondern eine von Bebauung freie Grünfläche vorgehalten werden.

Die Fraktion Die Linke / Die Partei im Regionalrat Düsseldorf stimmt der Änderung des Regionalplans zu.

Die zur Disposition stehende Fläche von 17 ha liegt auf einer Kuppe, die auf einer Seite steil zum Ittertal abfällt und auf der anderen Seite einen sanften Abwärtsverlauf bis zur angrenzenden Wohnbebauung aufweist. Für Gewerbeansiedlungen könnten daher nur 10 ha tatsächlich genutzt werden. Eine alternative Fläche von 10 ha ist an anderen Stellen im Solinger Stadtgebiet bedingt durch ausgedehnte Industriebrachen leicht mehrfach darstellbar. Die Notwendigkeit die Grünfläche Buschfeld für Gewerbe zu nutzen, erkennen wir nicht.

Andererseits halten wir das zur Disposition stehende Gebiet als Grünfläche, die gerade auf ökologischen Landbau umgestellt wird, für erhaltenswert. Solingen hat nur sehr wenig landwirtschaftliche Fläche, weil viele Flächen auf dem Stadtgebiet für Landwirtschaft ungeeignet sind. Eine der wenigen geeigneten Flächen der Landwirtschaft zu entziehen, halten wir für nicht vertretbar.

Den Ausschlag geben für unsere Fraktion jedoch die ökologischen Gesichtspunkte. Das Gebiet grenzt direkt an das Naturschutzgebiet Ittertal und stellt sich als Teil eines grünen Korridors vom Rhein bis ins Märkische Land dar. In diesem grünen Korridor bewegen sich viele gefährdete Arten. Ihn zu zerschneiden würde bedeuten Wanderungen von Amphibien und Säugetieren zu verunmöglichen. In der Folge würden Teile von Populationen isoliert und die Diversität in den dann isolierten Genpools würde absinken. In NRW, wo bereits 45 Prozent der heimischen Arten auf der Roten Liste stehen, ist ein weiterer Druck auf gefährdete Arten nirgendwo hinnehmbar.

Eine Bebauung des Gebiets würde zusätzlich dazu führen, dass in einer Zeit zunehmender Erderwärmung eine Kaltluftschneise, die kühlere Luft bis in die Solinger Innenstadt transportiert, entfallen würde. Da sich die Innenstadt von Solingen in heißen Sommern stark aufheizt, ist diese Kaltluftschneise unbedingt erhaltenswert, um die Bevölkerung in der Solinger Innenstadt vor gesundheitlichen Schäden bis hin zu Hitzetoden zu bewahren.

Zusätzlich ist zu berücksichtigen, dass die Verkehrsanbindung für ein Gewerbegebiet an dieser Stelle direkt an der Stadtgrenze zu Haan über die Durchfahrt durch ein Wohngebiet in Haan, welches nach Aussagen von Vertretern der Stadt Haan keinen weiteren Verkehr mehr aufnehmen kann, erfolgen müsste.

Wir sind der Auffassung das die Räte der Stadt Solingen und der Stadt Haan eine in jeder Beziehung vernünftige Entscheidung für dieses Gebiet getroffen haben und unterstützen ihre Intention.


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